So funktioniert deine Pension wirklich

Deine Pension hängt von zwei Dingen ab: wie lange du gearbeitet hast (genauer: wie viele Jahre dafür zählen) und wie viel du zuletzt verdient hast. Für jedes Jahr, das zählt, bekommst du 1,79 % deines Gehalts als Pension dazu. Nach 40 Jahren bist du beim Höchstwert: 71,75 %.

Klingt einfach. Ist es auch — außer bei dem Teil, den fast niemand erklärt bekommt: Nicht jedes Jahr zählt gleich viel.

Jahre, die für die Pension zählenDas bekommst du
20 Jahreca. 35,9 %
25 Jahreca. 44,8 %
30 Jahreca. 53,8 %
35 Jahreca. 62,8 %
40 Jahre71,75 % (Höchstwert)

Teilzeit zählt nur anteilig

Arbeitest du in Teilzeit, zählt auch nur ein Teil des Jahres für deine Pension — genau der Anteil, den du arbeitest. Die meisten Lehrkräfte wählen 50 % Teilzeit.

Beispiel: 10 Jahre in 50 % Teilzeit zählen für die Pension wie 5 Jahre Vollzeit — nicht wie 10.

Elternzeit zählt gar nicht

Das überrascht die meisten: Elternzeit selbst zählt mit 0 Jahren für deine Pension. Egal wie lange. Bei jedem Kind fehlt dadurch ein Stück — über mehrere Kinder hinweg kann sich das deutlich summieren.

Kleine Ausnahme, die trotzdem Geld bringt: Für Kindererziehung gibt's einen kleinen monatlichen Zuschlag obendrauf — der zählt aber nicht als Dienstjahr, sondern kommt separat zur Pension dazu.

Sabbatjahr und Auszeiten zählen auch nicht

Lässt du dich beurlauben — Sabbatjahr, verlängerte Auszeit, private Pause — zählt diese Zeit ebenfalls mit 0 Jahren. Klingt hart, ist aber Gesetz.

Dein Bundesland ändert nichts an der Formel

Ob du in Bayern, NRW oder Bremen unterrichtest: Die Formel (1,79 % pro Jahr, Höchstwert 71,75 %) ist überall gleich. Der einzige Unterschied zwischen den Bundesländern ist dein Gehalt selbst — die Besoldungstabelle.

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Die letzten 2 Jahre entscheiden

Für deine Pension zählt nicht dein Durchschnittsgehalt über die ganze Karriere, sondern deine letzten 2 Dienstjahre vor der Pension. Praktischer Nebeneffekt: Wer kurz vor der Pension noch befördert wird, sollte das mindestens 2 Jahre vorher schaffen — sonst zählt die neue, höhere Stufe für die Pension gar nicht mit.

Was das in Euro bedeutet: Nimm eine Lehrkraft mit 5.500 € Endgehalt. Bei 40 vollen Jahren (71,75 %) bekommt sie 3.946 € Pension. Kommt sie durch Teilzeit und Elternzeit nur auf 30 anrechenbare Jahre (53,8 %), sind es nur noch 2.959 € — fast 1.000 € weniger pro Monat. Bei einer niedrigeren Endstufe oder mehr Teilzeitjahren, wie es bei vielen Frauen der Fall ist, kann die Lücke auch auf 1.500 bis 2.000 € im Monat anwachsen. Das ist kein Rundungsfehler — das ist ein zweites, fehlendes Gehalt.
Randnotiz für Vollständigkeit: Es gibt eine gesetzliche Mindestpension (mind. 35 %), falls jemand sehr wenige Dienstjahre hat. Betrifft die meisten Lehrkräfte mit normaler Laufbahn aber nicht.

Wann genau darfst du in Pension gehen?

Genau wie bei der gesetzlichen Rente wurde auch die Altersgrenze für Beamte schrittweise von 65 auf 67 Jahre angehoben. Entscheidend ist dein Geburtsjahr:

GeburtsjahrRegelaltersgrenze
bis 194665 Jahre
1947–195765 Jahre + 1–11 Monate (stufenweise)
195866 Jahre
1959–196366 Jahre + 2–10 Monate (stufenweise)
ab 196467 Jahre

Der Rechner oben berücksichtigt diese Staffelung automatisch anhand deines Geburtsjahres.

Häufige Fragen

Wie stark reduziert Teilzeit meine Pension wirklich?
Das hängt vom genauen Teilzeitanteil und den Jahren ab, in denen du in Teilzeit warst. Als grobe erste Einschätzung rechnet unser Tool oben mit einer pauschalen Anrechnung von 50 % pro Teilzeitjahr — für eine genaue Zahl auf Basis deines tatsächlichen Teilzeitanteils lohnt sich ein persönliches Gespräch.
Zählt Elternzeit gar nicht für die Pension?
Richtig gehört: Elternzeit selbst zählt mit 0 Jahren für deine Pension. Du bekommst dafür einen kleinen separaten Zuschlag (Kindererziehungszuschlag), aber der zählt nicht als Dienstjahr für den Prozentsatz.
Ab wann sollte ich anfangen, meine Pensionslücke zu schließen?
Je früher, desto kleiner die nötige monatliche Sparrate — weil dir mehr Jahre Zinseszins zur Verfügung stehen. Es gibt aber keinen "zu späten" Zeitpunkt, um damit anzufangen, nur einen jeweils höheren nötigen monatlichen Betrag.
Was ist der Unterschied zwischen A12 und A13 bei der Pension?
Der Prozentsatz ist bei A12 und A13 gleich — der Unterschied liegt am Gehalt selbst. Weil A13 mehr verdient, ist am Ende auch die Pension in Euro höher als bei A12, bei gleich vielen Dienstjahren.
Wirkt sich mein Bundesland auf die Höhe meiner Pension aus?
Die Formel selbst (1,79 % pro Jahr, Höchstwert 71,75 %) ist in allen 16 Bundesländern identisch. Der einzige Unterschied ist dein Gehalt — die Besoldungstabelle variiert je nach Bundesland.
Kann ich meine Pension noch kurz vor der Pensionierung erhöhen?
Ja, mit einer wichtigen Einschränkung: Zählt für deine Pension zählen die letzten 2 Dienstjahre. Wirst du befördert, muss die neue, höhere Stufe mindestens 2 Jahre vor der Pensionierung gelten — sonst zählt sie nicht mit.
Zählt Inflation bei der Pensionslücke mit rein?
Ja, im Rechner oben. Selbst wenn deine Pension in Euro heute gut aussieht: In 20 oder 30 Jahren ist das Geld weniger wert. Der Rechner rechnet das mit 2 % Inflation pro Jahr mit ein.
Was ist mit einem späteren Berufseinstieg, z. B. durch Quereinstieg?
Wer später einsteigt, hat weniger Jahre Zeit bis zur Regelaltersgrenze, um Pensionsjahre zu sammeln — und landet damit strukturell bei einem niedrigeren Prozentsatz, sofern nicht länger gearbeitet wird.
Was passiert mit meiner Pension bei einem Sabbatjahr oder einer Beurlaubung?
Eine Beurlaubung ohne Bezüge zählt nicht als ruhegehaltfähige Dienstzeit — genau wie die Elternzeit selbst. Plane ein Sabbatjahr also bewusst mit Blick auf die spätere Pension.
Wann genau ist meine Regelaltersgrenze?
Das hängt von deinem Geburtsjahr ab: Wer bis 1946 geboren ist, hat die Regelaltersgrenze 65, wer ab 1964 geboren ist, hat 67 — dazwischen wird stufenweise angehoben. Unser Rechner oben berücksichtigt das automatisch.
Reicht es, einfach einen festen Betrag im Monat zu sparen?
Nicht unbedingt. Wie viel du sparen musst, hängt von deiner persönlichen Lücke ab — bei manchen reicht ein kleinerer Betrag, bei anderen braucht es mehr. Genauso wichtig: worin du sparst. Hohe laufende Kosten oder eine ungünstige Vertragsstruktur können einen großen Teil der Rendite auffressen, ohne dass du es auf den ersten Blick merkst. Ein genauer Blick auf die Kostenstruktur lohnt sich vor jedem Abschluss.
Ersetzt dieser Rechner eine echte Pensionsberatung?
Nein. Er gibt dir eine schnelle, vereinfachte Tendenz. Deine echte Besoldungsstufe, dein Bundesland im Detail und deine tatsächlichen Dienstzeiten verändern das Ergebnis — dafür ist der kostenlose Pensionslücken-Check mit persönlichem Gespräch gedacht.